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Erfahrungsbericht Ergon Informatik AG

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Dies ist kein fairer Bericht. Denn nach knapp 5 Monaten Praktikum bei Ergon fällt es mir schwer, nicht voreingenommen zu schreiben. Doch bei aller fehlenden Zurückhaltung: Ergon ist einfach eine tolle Firma. Mitarbeiter, die gerne bis in die Nacht arbeiten, sprechen für sich. Ebenso wie der kostenlose Kaffee und der zuverlässig volle Süssigkeitenschrank.

Ergon Informatik gibt es seit 1984. Die mittlerweile 220 Mitarbeiter entwickeln Software für Firmen in verschiedensten Branchen. Im Einsatzplan der Coop-Mitarbeiter steckt Ergon-Software drin, ebenso wie in den roten SBB-Fahrkontrollgeräten, im Massachusetts Institute of Technology (MIT) und im Sicherheitssystem vieler Schweizer Firmen. Die Entwicklung der Software findet in Teams statt, die über längeren Zeitraum zusammenarbeiten, sich somit gut kennen und ihr Know-how ständig austauschen können. Die verschiedenen Teams agieren weitgehend autonom; sie entscheiden selbstständig, wer welche Arbeit übernimmt. Diese Selbstverwaltung ist ein wichtiger Teil der Ergon-Philosophie. Denn Ergon pflegt eine basisdemokratische Firmenkultur. Dazu gehören Gleichheit aller Mitarbeiter und eine ungewöhnlich transparente Geschäftsleitung. Jeder festangestellte Mitarbeiter weiss über die Löhne aller Angestellten Bescheid und die Protokolle sämtlicher Sitzungen (ausser vertraulicher Personalangelegenheiten) sind für jeden einsehbar. Diese Offenheit merkt man auch im Arbeitsalltag. Die Stimmung ist locker, freundschaftlich und im regen Austausch begriffen. Hierarchien sind kaum zu spüren. Der CEO trinkt auch mal ein Bier mit und hilft, die Spülmaschine einzuräumen. Die Mitarbeiter weisen eine erstaunliche Begeisterung für die Arbeit und die Firma auf. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht mindestens einen Mitarbeiter mit Ergon T-Shirt bei der Arbeit sehe.

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Ausgezeichnet: Die Hall of Fame der Ergon.

Wer bei Ergon arbeiten will, der müsse einfach ein „Pro“ sein, sagt Manuel und lacht. Manuel arbeitet als Software-Engineer im Allegro-Team. Allegro ist eine Software für die Swisscom. Der „Pro“ mag ein Scherz gewesen sein, doch das intellektuelle Niveau in der Ergon ist tatsächlich sehr hoch. Viele ETH-Absolventen, Schachexperten und Tüftler tummeln sich im Gebäude an der Merkurstrasse. Mike, ebenfalls Software-Engineer, aber im Airlock-Team, fügt dem „Pro“ noch einige andere Kompetenzen an: Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und eine offene und kommunikative Haltung seien entscheidend für eine erfolgreiche Arbeit. Manuel meint, Töggeli-Fähigkeiten seien auch ein Vorteil, denn der Töggeli-Kasten im hinteren Teil des Gebäudes ist besonders über Mittag sehr beliebt.

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Manuel und Mike in der Cafeteria im Erdgeschoss.

Vor kurzem ist die Ergon umgezogen. Aus drei Gebäuden rund um den Zürcher Kreuzplatz wechselten die Mitarbeiter in den ehemaligen Standort des Instituts für angewandte Psychologie. Seither wird im hufeisenförmigen Gebäude, das an der Merkurstrasse, der Minervastrasse und dem Beustweg liegt, an der Zukunft gearbeitet. Was die beiden vom Umzug merken würden? „Wenig“, sagt Mike. Beim Mittagessen würden immer noch meist dieselben Teams aus den alten Häusern nebeneinander sitzen. Die Aussicht aus den Büros im dritten Stock sei jedoch wesentlich schöner als noch im alten Gebäude.

Ergon Gebäude

In diesem Gebäude an der Merkurstrasse tüfteln die 220 Ergon Mitarbeiter an der Zukunft.

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Diese Aussicht kann sich sehen lassen.

Trotzdem bringt der Umzug mehr Vernetzung mit sich und auch so manch anderen Vorteil, wie zum Beispiel die grosse Cafeteria im Erdgeschoss mitsamt Profi-Nespresso-Maschine. Im Haus herrscht ein reges Kommen und Gehen, denn die flexiblen Arbeitszeiten nimmt man hier wörtlich: es kann schon vorkommen, dass der erste wieder nach Hause geht, wenn der letzte kommt.

Neben dem Süssigkeitenschrank und den flexiblen Arbeitszeiten gibt es für Ergon-Mitarbeiter noch viele weitere Vorteile: ein moderner und zentraler Arbeitsplatz, 800 Franken für den Arbeitsweg mit ÖV, Dusch- und Sportangebote sowie ein bezahltes Ski- und Herbstweekend. Letzteres war natürlich auch für mich das Non plus Ultra. So ein bezahltes Wochenende in Laax inklusive Gleitschirmfliegen erlebt man schliesslich nicht jeden Tag (seither hat die Ergon mich fest in ihren Händen). Natürlich gibt es auch viele Team- und Firmenevents, wie die Vollversammlung mit anschliessendem Weihnachtsessen oder das Neujahrsfrühstück. Am wichtigsten ist jedoch das wöchentliche Freitagsbier, woran man zuverlässig gegen 17 Uhr mit einem herzlichen „Bier jetzt“-Mail erinnert wird. Freitagsbier ist fest im Ergon-Wortschatz verankert und gehört mit zum schönsten, was ich in dieser Firma bis anhin erleben durfte. Die warme und bisweilen ausgelassene Stimmung an Wochenende-Eröffnungs-Bier mit Popcorn und Chips wird mir in Erinnerung bleiben.

Bei aller Begeisterung gibt es aber auch Herausforderungen im Alltag von Mike und Manuel. Beispielsweise Anforderungen und Probleme rasch zu analysieren und für den Kunden dann eine passende Lösung zu entwickeln. Oder die Kommunikation zwischen Kunde, internem Management und Entwickler, da oftmals jede Partei eine ganz andere Vorstellung vom Projekt vertritt. Die grösste Herausforderung sei jedoch Legacy Code, also ein uralter Code, der zwar funktioniert, aber niemand weiss mehr, wieso.

Eine generelle Herausforderung in der Branche sei die Tatsache, dass ein Entwickler immer am Ball bleiben muss. „IT ist extrem dynamisch und entwickelt sich laufend weiter“, erklärt Mike. Doch auch hier beweist die Ergon Fortschrittlichkeit: Neben einem jährlichen Ausbildungsbudget von 10 Tagen organisieren die Mitarbeiter auch interne Informationsveranstaltungen, an denen sie sich gegenseitig ihr Wissen näherbringen. Ausserdem ist die Ergon eng mit den Hoch- und Fachhochschulen verbunden; ein ETH-Informatikprofessor sprach gar mal von einem „unsichtbaren Tunnel“, der von der ETH zu Ergon führe.

Der Informationsfluss und die Kollegialität in der Ergon sind also aussergewöhnlich. Im Laufe meines Gesprächs mit Manuel und Mike in der stark frequentierten Cafeteria wird neben uns gescherzt, geplaudert und Pläne für das Mittagessen geschmiedet, während unser CEO Pat genüsslich seinen Kaffee trinkt.